
vendredi 9 mars 2012
dimanche 29 janvier 2012
Das versteinerte Leben/Leseprobe
Zwei Tage lang hatte ich mich eingeschlossen. Dann, am dritten Tag, machte ich eine Bootsreise. Es war ein sehr kalter Tag. Die Straßen waren gefroren und alle Fenster waren mit Reifblumen überzogen.
Das Boot durchquerte den Norden der Stadt über den großen Kanal. Wir waren nur wenige Reisende. Es waren mit mir vielleicht zwanzig Passagiere an Bord. Ich setzte mich ins Freie, am Bug, mit zwei oder drei weiteren Personen, die sich dort aufgehalten hatten.
Das Boot legte los. Sein Motor war geräuschvoll, aber es war ein regelmäßiges Geräusch, das beruhigte. Es schwamm langsam und lies auf seiner Route die Gebäude, die an den beiden Ufern des Kanals standen, in Bewegung geraten, sich nähern und wieder verschwinden. Mit der Bewegung des Bootes fiel ein sehr kalter Wind uns an, mich und die anderen. Denn nach dem Schnee war der Frost gekommen. Schlagartig, die anderen flüchteten sich bald ins Innere. Ich blieb allein draußen. So vergingen einige Minuten. Dann manövrierte sich das Boot in die erste Schleuse. Es hielt an und große Eisentore schlossen sich schwer hinter ihm. Dann öffnete sich ein anderes Tor, das vor dem Bug, und das Kanalwasser schoss mit gewaltigem Druck und ohrenbetäubendem Lärm in die Schleuse und trieb dabei das Boot in die Höhe. Von dem Ort aus, an dem das Wasser in die Schleuse fiel, stiegen Gischtschwaden aus seinen Tiefen auf, und die Wassertröpfchen glitzerten im Gehäuse aus Mauern, das das Boot umfing. Das Wasser legte sich über alle Dinge, über die Mauern, die Bäume, das Boot, über mich und gefror.
Mich packte die Lust zu weinen. Und wieder wollte ich die Tränen unterdrücken, denn das Boot war ein öffentlicher Ort und ich bin ein Mann. Aber auch dieses Mal war es nicht logisch. Es gab überall Wasser und das Wasser gefror im Augenblick selbst, wo es sich über die Dinge legte. Selbst das Wasser auf meinem Gesicht gefror und hatte mich bereits mit einer feinen Schicht Eis bedeckt, die meine Tränen würden dicker werden lassen. Also weinte ich. Ich lies die Tränen aus meinen Augen rinnen, während ich an meine Mutter dachte. Das hieß sie noch ein wenig bei mir halten, wenn die Tränen aufhörten zu rinnen und zu Eistränen wurden.
Einige Zeit später fing ich an zu zittern, viel stärker als beim ersten Mal, und eine Frau, von der ich kein Detail erinnere, ist gekommen, alarmiert von meinem Zustand. Sie bat mich, mit ihr ins Innere zu gehen. Aber ich weigerte mich. Ich erklärte ihr, dass meine Mutter gestorben war und dass dies meine Art zu trauern sei. Sie machte einen merkwürdige Rückwärtsbewegung, als wollte sie sich der Distanz zwischen ihr und mir vergewissern, und sie schaute mich an, als machte ich ihr Angst, die Augen weit aufgerissenen. Sie ging zurück ins Innere, ohne ein Wort zu verlieren.
Die Einsamen sind nicht nur merkwürdig. Sie machen nicht nur Angst. In ihrer Einsamkeit bemerken sie Dinge, die den Geselligen unbekannt bleiben. Sie öffnen ihren Geist den Rätseln mit Geduld und Aufmerksamkeit. Und beobachten sie sehr lange. Sie haben viel Zeit, und wenig zu verlieren. Die Einsamen geben ihre Beobachtungen selten weiter: sie tragen sie mit sich und fürchten das Urteil der anderen nicht.
Die Einsamen sind davon überzeugt, dass man, unter Beobachtung beeindruckender Phänomene, fundamentale Regeln über die Funktionsweise der Welt lernen kann. Sie glauben auch, das dies Regeln sind, die sich wiederholen, anderswo, überall sogar, und man deshalb später wieder auf sie stoßen kann, wenn man sie einmal beobachtet hat. Denn nichts geschieht aus Zufall oder aus Willkür sondern nach Regeln und Gründen gemäß.
Das Boot stieg in der Schleuse auf. Es war das sich dem Boot widersetzende Wasser, das es aufsteigen ließ, was mir ein paradoxer Effekt zu sein schien. Das Wasser half ihm, es erlaubte ihm, seinen Weg fortzuführen, anstatt es zu fortzureißen. Die Gegenströmung verhielt sich gegensätzlich zu seiner gewöhnlichen Natur, denn die Richtungen verkehren sich in diesem merkwürdigen Gehäuse aus Mauern. Das lag an den großen Eisentoren, die sich streng hinter dem Boot schlossen, bevor sich diejenigen vor dem Bug öffneten, die dann dafür sorgten, dass das Wasser, das in die Schleuse schoss, nicht entkommen konnte. In gewisser Weise haben diese Tore den Feind zum Komplizen umgestaltet, indem sie ihn in eine Falle fallen ließen. Damit war dies also eine der fundamentalen Regeln: »Schließe zunächst die Tore hinter dir, die du während deiner Reise geöffnet hast, und öffne infolge diejenigen, die danach kommen. Schließe sie definitiv, auf immer und ewig. Dann wird das, was kommt, dich aufsteigen lassen, dich gewinnen lassen, wenn du nur bloß die Tore hinter dir geschlossen hast. Wenn du es nicht tust, wird dich das, was kommt, zurückwerfen auf dem Weg von wo du kommst, in deine Vergangenheit, in das, was längst vergangen sein sollte.«
Eine andere Person ist auf mich zugekommen. Es war ein Mitglied der Mannschaft. Ein Mann in einer blauen Uniform, mit einem Schnauzer und glasigen Augen. Sehr freundlich und ermutigend hat auch er mich gebeten, ins Innere zu kommen. Er sagte, das dies aus gesundheitlichen Gründen wäre. Ich antwortete ihm, dass ich selbst Mediziner sei und dass ich genau wisse, was ich tue. Ich habe ihm versichert, dass es keinen einzigen Grund gäbe, sich zu beunruhigen. Er ließ von mir ab. Er ging zurück ins Innere.
In dem Augenblick, als die beiden Wasserstände angeglichen waren, haben sie sich vermengt, keine einzige Strömungsrichtung war mehr sichtbar, und die Tore vor dem Boot öffneten sich mit einem riesigen Gähnen ganz. Sie setzten das Boot, das sein Gehäuse verließ, frei. Es nahm seine Reise wieder auf und der Motor brummte wieder sein lautes und monotones Geräusch. Erneut gerieten die Gebäude in Bewegung, näherten sich und verschwanden. Es wurde kälter und kälter. Entlang des Bords und an den Mauern des Kanals formten sich Eiszapfen und andere Gebilde aus Eis in allen erdenklichen Strukturen.
Der Mann in Uniform ist zurückgekommen. Er hat erklärt, dass ich mich ins Innere zu begeben habe, nicht allein aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch des Gesetzes wegen. Er öffnete einen Ordner, der die von der Rederei verfassten Sicherheitsbestimmungen beinhaltete, und er erklärte, dass er einen Vertrag unterzeichnet habe, mit dem er sich zu einer akribisch genauen Umsetzung dieser Regeln verpflichtete. Er ließ seinen Zeigefinger auf den entsprechenden Paragraphen gleiten:
›Alle Reisenden müssen ins Innere gebracht werden, sobald die Außentemperatur unter null fällt.‹
»Ist die Temperatur bereits unter null gefallen?«, fragte ich.
»Ja. Lange schon. Die Zeit des Eises ist gekommen. Man sagt, sie wird andauern.«
Er nahm mich am Arm und sagte mit seiner freundlichen und ermutigenden Stimme:
»Kommen Sie, Monsieur. Es ist nun mal so. Es ist für Sie und für mich. Wir können das nicht ändern. In Zeiten des Eises verhärten sich auch die Gesetze.«
Ich gab auf. Ich ließ mich ins Innere führen. Im Krankenzimmer hat mich das Personal auf eine Art Bare gelegt. Sie deckten mich mit mehren Decken zu und gaben mir heißen Tee zu trinken. Ich zitterte. Schließlich ließen sie mich allein. Und ich betete zum ersten Mal seit Monaten. Oder seit Jahren. Ich glaubte, ich betete zum ersten Mal seit Jahren wieder. Ich sagte:
»Gott! Ich habe nie aufgehört, an Dich zu glauben. Du weißt das. Aber ich verstehe Dich nicht. Ich verstehe Dich nicht mehr. Ich verstehe nicht, was Du tust. Nach welchem Gesetzt handelst Du?
Alles ist in zwei gebrochen. Mein Leben ist in zwei gebrochen und meine Bestrebungen und die Wirklichkeit sind ebenfalls in zwei gebrochen. Ich kenne nichts Ganzes mehr, nichts, das nicht in zwei gebrochen wäre. Ich habe zwei Leben. Ich habe kein Leben. Nur Stücke, nur Reste. Alles ist zerrissen. Die Gerechtigkeit und die Menschlichkeit sind in zwei gebrochen. Ich bin den schlimmsten Dingen gegenüber gleichgültig geworden aus Gewohnheit. Ich bin krank. Ich leide an dieser Krankheit, die sich Abwesenheit von Harmonie nennt. Das ist eine Krankheit, die einen kalt werden lässt, Gott, so kalt! Und Du hast mich von meiner Mutter getrennt. So früh. So jung. Gott! Mir ist kalt! Mir ist so kalt! Nach welchem Gesetz handelst Du? Sag mir, wie es kommt, dass alles in zwei gebrochen ist.«
Ich wartete. Ich wartete eine Stunde lang. Er antwortete nicht. Ich wartete zwei Stunden lang. Keine Antwort. Ich begann Gott sein mitleidloses Schweigen übelzunehmen. Ich wartete drei Stunden lang. Noch immer keine Antwort. Also sagte ich:
»Gott! Warum antwortest Du nicht? Wie willst Du, dass ich an Dich glauben kann, wenn Du es bist, der mich gemacht hat und ich es bin, mit dem Du nicht sprichst, oder bin ich unfähig, Dich zu hören? Du trennst uns, Gott! Ich will nichts mehr von Dir. Ich hasse Dich!«
Ich konzentrierte mich auf das Boot, seinen Motor, sein monotones und beruhigendes Geräusch, das von Zeit zu Zeit aufhörte; auf die Stille, die es ersetzte; auf das laute Rauschen des Wassers, das in die Schleusen schoss. Ich spürte, wie das Boot langsam aufstieg, ich hörte das Wiedereinsetzen des monotonen Motorengeräuschs. Ich spürte das Boot schwimmen. Plötzlich hörte ich Geräusche, die von draußen kamen. Stimmen wurden deutlich, dann Schritte. Ich ortete Knirschen, Aufprallen, die mehr und mehr an Intensität und Geschwindigkeit zunahmen. Ich hatte den Eindruck, dass eine gewisse Verwirrung an Bord herrschte, dass sich ein Notfall ereignet hat. Jemand öffnete die Tür zum Krankenzimmer. Es war die Frau, die mich am Bug des Bootes angesprochen hatte und die diese merkwürdige Rückwärtsbewegung gemacht hat, um sich ihrer Distanz zu mir zu versichern. Sie sagte, die Zeit des Eises habe eine Katastrophe hervorgerufen. Das Boot sei auf dem Kanal zum Stillstand gekommen, es wäre völlig von Eis umgeben. Es konnte nicht mehr vorwärts dringen, auch nicht rückwärts. Wir würden alle evakuiert. Notstege würden ausgelegt werden, und alle mussten das Boot über die Notstege verlassen. Denn die Zeit des Eises würde noch lange andauern. Es machte keinen Sinn, zu warten, bis das Eis geschmolzen wäre. Sie bat mich, das Krankenzimmer zu verlassen, um mich zu den Notstegen zu begeben. Aber ich konnte nicht. Ich war buchstäblich erstarrt. Eine noch so geringe Bewegung war mir unmöglich. Es gelang mir nicht einmal, meine Hände auseinander zu falten. Ich sagte es ihr. Sie schaute mich noch einmal an, selbst intensiver als zuvor, als ob ich ihr Angst machte, als wäre ich kein wahrhaft menschliches Wesen.
Ich wurde mithilfe einer Krankenbahre vom Boot getragen, dann in ein Krankenhaus gebracht. Dort dann kümmerte sich eine Krankenschwester um mich. Sie deckte mich mit noch mehr Decken zu. Der Art und Weise nach zu schließen, in der sie mit mir sprach, hatte das Bootspersonal einen Bericht über mich dem Krankenhaus zukommen lassen. Sie fragte mich, warum ich solche Dinge mache.
»Es ist wegen der Zeit des Eises«, antwortete ich.
»Damit müssen wir alle leben«, erwiderte sie.
Sie ergriff meine Arme und steckte sie wieder unter die Decken, um das Zittern zu lindern.
»Gefällt es Ihnen, sich selbst Leiden zuzufügen?«, fragte sie.
»Nein. Sie missverstehen. Es ist die Zeit des Eises, die Leiden zufügt.«
jeudi 6 octobre 2011
Monika
Cela faisait cinq jours que la névrose d’angoisse des grands-parents s’abattait de plein fouet sur la famille.
« Attention, c’est très dangereux »,
voilà la phrase omniprésente d’Opa, qu’il répétait avec une telle régularité qu’elle finissait par étouffer tout élan de vie, toute spontanéité au sein de la famille ; monter ou descendre une marche, se mettre pieds nus dans le jardin, marcher dans les rues, monter à l’étage en ayant l’enfant agrippé sur le dos – plus rien ne pouvait être fait ni même envisagé sans être précédé et gâché par les avertissements de l’homme en alerte, hanté par les ténèbres de son existence. Quand Lukas demanda à ses parents si, dans le pays où ils allaient passer les vacances il y avait bien des ravins le long des routes, dans lesquels on pouvait se jeter pour se mettre à l’abri des voitures qui passent et quand il se mit à toussoter dès l’apparition du moindre nuage dans le ciel d’été, Lucien, son père, réalisa que la névrose grand-parentale était sur le pont de pénétrer le monde jusque-là naïf et confiant de l’enfant et il décida de quitter la maison immédiatement. Il chercha deux brosses à dents, mit une veste, prit son enfant dans les bras et informa les autres qu’ils allait passer la nuit, Lukas et lui, dans un hôtel. L’annonce de Lucien provoqua des réactions immédiates devant la porte d’entrée de l’appartement haussmannien. Opa obstrua de son thorax l’embrasure de la porte ; « on sera obligé d’appeler la police si vous partez de la sorte avec notre petit-fils », murmura Oma, la figure figée par une réprobation profonde ; « je suis enceinte » suffoquait Nina allongée au sol devant son mari, « enceinte. Tu ne peux pas me faire ça ». Lucien libéra le passage au moyen d’un coup d’épaule inattendu dans les côtes d’Opa, descendit les escaliers à grandes enjambées. Il coura dans les rues pendant dix minutes au moins sans poursuivre de but, puis il arrêta un taxi. Il indiqua au chauffeur l’adresse d’un petit hôtel dans l’est de la ville. Une fois arrivés ils montèrent à l’étage. Au milieu de la chambre qui sentait le renfermé et les urines, ils trouvèrent un vieux lit grinçant. Ils redescendirent. Lucien régla la note. Il changea de plan, loua une voiture. Lukas voulait qu’ils prennent une Audi. Ils prirent une grosse Audi rouge, puis foncèrent vers l’autoroute. Lucien accéléra. 130, 150, 170 – attention, c’est très dangereux – le murmure abyssal d’Opa rattrapa l’homme en fuite, 190, 200, danger de mort et c’est la victoire, Opa se tait, l’enfant jubile sur la banquette arrière, « plus vite, papa, plus vite » et Lucien enfonce l’accélérateur à fond, 210, 220, « c’est bien, c’est très bien papa, encore, encoore papa, plus vite ... Lucien freine brutalement. Il gare la voiture sur la voie d’arrêt d’urgence. Il est trempé de sueurs froides. Lukas ne comprend pas. Il est ivre, son petit corps frémissant est secoué par des rires fous, il a le regard en flammes. Il veut reprendre la route. Ils voyagent durant toute la nuit.
***
Les portes de la vieille ferme étaient ouvertes. Des enfants circulaient dans la cour. Ils saluèrent Lucien et Lukas au passage en actionnant la clochette de leur vélo. Une corneille se déplaçait dans l’herbe haute en bordure de la cour. L’air coulait en vagues fraîches et invisibles le long des flancs des montagnes dans la vallée, elle portait en elle l’odeur des prairies d’été, l’oxygène épicé des sommets boisés. Une femme apparut dans la cour. Elle salua les nouveaux arrivés d’un ton cordial. Lucien demanda si elle pouvait les héberger. La femme les guida dans un appartement sous le toit de la maison. Elle leur apporta des aliments et des boissons. Lucien et Lukas s’allongèrent sur le grand lit de la chambre. Lukas s’endormit. Son père se releva aussitôt. Il sortit sur le balcon. Les enfants circulaient toujours autour de la maison. Ils conduisaient des vélos, des tracteurs en plastique, donnaient des coups de pied dans les ballons qui traînaient en abondance sur le terrain. Une route, étroite et grise, celle par laquelle ils venaient d’arriver, descendit vers la ferme en surgissant brusquement sur le dos d’une colline sous le ciel éblouissant. Un petit vélo rouge vif était stationné en plein milieu de la chaussée. Des paquets de troncs d’arbres, récemment coupés sembla-t-il à Lucien, étaient déposés le long de la route. Des enfants se balançaient sur les troncs, d’autres approchaient de la ferme en descendant la route en courant. De temps à autre une voiture approchait. Certaines faisaient demi-tour une fois arrivées auprès de la ferme, d’autres se garaient sur un petit parking. Lucien retourna dans la maison. Lukas dormait toujours. Sa poitrine se gonflait et retombait paisiblement au rythme de sa respiration. Il aura bientôt cinq ans. Lucien embrassa son front doré, l’épaule droite, dénudée. Il se redressa, regarda par la fenêtre. Au rez-de-chaussée de la maison d’en face quelqu’un construisait un mur. Près de la maison, sur une petite pelouse, il aperçut un clapier. Il distingua quelques oreilles de lapin.
« Lukas, réveille-toi », chuchota-t-il à l’oreille de l’enfant. « Il y a des lapins dans le jardin ». L’enfant ouvrit les yeux. Il voulait voir les lapins. Lucien prit son fils dans les bras, lui montra le clapier au loin. L’enfant n’arrivait pas à les reconnaître. Il descendirent dans la cour, demandèrent à l’homme du chantier s’ils avaient le droit d’approcher du clapier. Ils avaient même le droit d’ouvrir les portes et de sortir les bêtes. Dans la pénombre du chantier se précisa la silhouette d’une jeune femme. Ils approchèrent du clapier, la jeune fille les suivit sur quelques pas, puis fit demi-tour. « Elle avait envie de nous accompagner, mais elle n’a pas eu le courage » se dit Lucien à lui-même en poursuivant avec Lukas le chemin jusqu’au clapier. Lukas trouva les lapins très jolis. Il leur offrit des tiges d’herbe fraîche qu’il faisait passer à travers les trous du grillage. Lucien retourna au chantier. L’homme expliqua qu’il construisait des chambres supplémentaires pour les enfants, l’appartement dans la maison mère était devenu trop petit pour les adolescents. La jeune fille réapparut. Elle s’approcha de Lucien. L’éclat de son regard lui parlait de paix. D’une infinie sérénité juvénile et de paix. Elle poursuivit son chemin, rejoignit Lukas devant le clapier. Lucien la suivit. Elle donna à Lukas les noms des lapins, ouvrit les portes. Elle lui montra comment les caresser, comment les prendre dans les bras. Lukas répondit qu’Opa lui avait dit de ne jamais approcher d’un animal qu’il ne connaissait pas. Lucien ressentit soudain un pressant besoin d’uriner. Il s’éloigna, se rendit à la face opposée de la maison. Il y trouva du fumier. Des bruits bruts se dégageaient par à coups d’une porcherie. Il pissa contre le fumier. La fille le suivit. Il avait à peine terminé qu’elle arriva près de lui. Ses cheveux se déversaient en flots luisants sur ses épaules. Lucien lui demanda son nom.
« Monika. Et toi ? »
« Lucien. »
« Monika Maria. »
« Tu as quel âge ? »
« Quatorze ans. Presque quinze. »
« Tu es très jeune. »
Monika poussa la porte de la porcherie. Celle-ci s’était à peine mise à grincer que les occupants de la bâtisse foncèrent en un mouvement anarchique et violent vers les écuelles, se disputant les meilleures places au moyen de coups d’épaule et de morsures. Une grosse truie était allongée dans un compartiment solitaire. Elle allaitait une petite meute de porcelets. La porcherie entière frémissait dans l’agitation explosive des bêtes. Monika s’était adossée contre un mur près de la truie. Elle tira l’homme vers elle d’un geste délicat, chuchota quelques paroles. Lucien ne pouvait les entendre dans le boucan infernal de la porcherie en révolte. L’adolescente arborait des seins généreux sous son shirt, discordants en quelque sorte avec sa silhouette fluette. Elle ferma les yeux. Lucien approcha ses lèvres de celle de l’adolescente, esquiva la bouche au dernier instant, posa ses lèvres sur la joue de l’enfant, les laissa couler le long de son cou ; Monika mordit l’homme tendrement ; elle lâcha ses mains, s’en alla. Lukas faisait des tours de tracteur dans la cour. L’homme du chantier était parti. Lucien prit Lukas par la main, remonta avec l’enfant à l’appartement. Monika les suivit. Elle aida Lucien à préparer le repas du soir. Elle mit trois couverts. Le soleil du soir, venant du sommet d’une belle colline, pénétra dans la pièce. Monika commenta à Lukas les images de son livre.
« Je peux être sa sœur ? » demanda l’adolescente après qu’ils aient commencé le repas ensemble.
« Comment ça ? », dit Lucien. « Pour jouer ? »
« Non. Pour de vrai. J’aimerais être sa sœur. »
« Si tu veux. Sois sa sœur alors. »
La nuit Monika revint, se faufila à travers la porte, se glissa sous le corps massif de l’homme.
« Je suis enceinte » fit la jeune fille d’une voix toute petite. « C’est mon grand-père qui l’a fait. »
« Il faut avorter » répondit Lucien.
« C’est trop tard. J’ai déjà du lait dans les seins. »
…
« Je voudrais que tu sois le père » poursuivit Monika en enlaçant le torse de l’homme. « Je voudrais tant que ce soit toi le papa, non grand-père. »
Le lendemain ils reprirent la route. Lucien avait décidé de rouler toujours tout droit, de s’éloigner toujours plus des lieux d’où ils venaient. La famille était complète. Il n’y avait que Nina qui manquait.
dimanche 24 juillet 2011
Citation de Paul Gauguin
samedi 2 juillet 2011
samedi 26 mars 2011
Poème de Rojâ Chamankar
Le prophète créé de mes propres mains
A présent
Est un grand démon
Personne parmi nous
Ne l'admettra au paradis
Ni moi
Ni la lune
Ni la fenêtre
Par laquelle il avait fait
Un signe de la main
***
Lu ce jour à la librairie Kléber, Strasbourg, dans le cadre de la Quinzaine Culturelle Iranienne 2011
